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| Kaiser Sigismund, Gemälde eines
unbekannten böhmischen Meisters, Wien, Kunsthistorisches
Museum. |
Geboren am 14. Februar 1368, vermutlich in
Nürnberg, als jüngerer Sohn von Kaiser Karl IV.
1378: Sigismund ist 10 Jahre alt als sein
Vater stirbt. Neuer deutscher König wird sein älterer Bruder
Wenzel. Wenzel, mit Beinnamen der Faule, lässt die Regierungsgeschäfte
schleifen. Er ist meistens auf der Jagd und ein absoluter Hundenarr. Die
Hunde schlafen in seinem Bett und es wird behauptet, seine erste Frau
sei von einem von ihnen zu Tode gebissen worden. Nachts zieht er
betrunken durch die Strassen und vergewaltigt die Frauen respektabler
Bürger.
1386: Sigismund heiratet Marie d'Anjou,
Prinzessin von Ungarn.
1387 wird Sigismund ungarischer
König.
1396 führt er ein grosses
Kreuzfahrerheer mit Teilnehmern aus fast ganz Europa gegen die Türken,
erleidet aber bei Nicopolis (heute Nikopol, Bulgarien) eine vernichtende
Niederlage. Nur knapp entrinnt er der Gefangenschaft.
1400 wird Wenzel infolge seiner Roheit
und mangelhaften Regierungstätigkeit als deutscher König abgesetzt.
Nachfolger wird Ruprecht von Wittelsbach, Pfalzgraf bei Rhein. Er stirbt
1410.
1410 wird Sigismund deutscher König. Zu
dieser Zeit ist die Einheit der Katholischen Kirche in Gefahr. Es gibt
drei Päpste und in Böhmen droht eine Reformation. Sigismund beruft ein
Konzil nach Konstanz, um die Spaltung der Kirche zu verhindern. Danach
gibt es nur mehr einen Papst. Dem Reformator Johannes Hus verspricht er
freies Geleit, lässt dann aber zu, dass dieser verurteilt und als
Ketzer verbrannt wird (6. Juli 1415). Dies führt zu den langwierigen
und blutigen Hussitenkriegen in Böhmen, die bis 1435 dauern.
Sigismund wird als grossgewachsen,
schlank, gutaussehend und sehr gebildet beschrieben. Er spricht sieben
Sprachen, ist sehr charmant und redegewandt. Allerdings darf man ihm
weder Geld noch Frauen anvertrauen, ersteres gibt er nicht zurück und
zweiteres lässt er nicht unberührt. Zudem ist er ein Trinker und zeigt
sich des öfteren sinnlos grausam und blutrünstig.
Die Bilanz der Regierung Sigismunds ist
durchzogen: Bürgerkrieg im Innern, erstarkende lokale Fürsten und
damit einhergehend eine Schwächung der königlichen Macht, keine
Einigung des Abendlandes gegen die vordringenden Türken, aber trotzdem
eine einigermassen stabilisierte Ostgrenze mit Ungarn als Bollwerk gegen
die Osmanen.
Sigismund stirbt am 9. Dezember 1437 im
Alter von 79 Jahren in Znojmo (Znaim), Böhmen.
Sigismund ist der letzte nicht
habsburgische Herrscher des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
und der letzte seines Geschlechts. Mit ihm stirbt das Haus Luxemburg
aus.
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